13.03.2020

Gründungsveranstaltung Aktionsbündnis Volksbegehren zur Artenvielfalt

Mitglieder vom Naturschutzbund Emsland Süd, der Klimagruppe Emsland, vom Weltladen, dem Tauchclub Hydra und dem Ortsverband Emsland-Süd Bündnis 90 / Die Grünen bei der Gründungsveranstaltung Aktionsbündnis „Volksbegehren Artenvielfalt“ (Foto P. Blauert)

Lingen – Am vergangen Mittwoch haben sich zahlreiche Organisationen zur Gründung eines Aktionsbündnisses „Volksbegehren Artenvielfalt“ in Lingen getroffen. Beteiligt sind der Naturschutzbund Emsland Süd, die Klimagruppe Emsland, der Weltladen, der Tauchclub Hydra, Stadtpastoral Lingen, Kornblume, der Ortsverband Emsland-Süd Bündnis 90 / Die Grünen sowie weitere Vertreter gemeinnütziger Vereine und Initiativen aus dem südlichen Emsland. Die Gründungsmitglieder laden gerne weitere Gruppen zum Mitmachen ein (Kontakt emsland(at)artenvielfalt-niedersachsen.jetzt ).

„Das Artensterben ist eines der größten Probleme unserer Zeit“, sagt Bernward Rusche vom NABU Emsland-Süd. Etwa die Hälfte unserer rund 11.000 Tier und Pflanzenarten in Niedersachsen sind bedroht, fast 2/3 unserer Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste.“

Von den dramatisch einbrechenden Insektenbeständen sind ganze Nahrungsketten betroffen. Jeder Singvogel braucht zumindest bei der Aufzucht der Jungen Insekten. Weil es die nicht mehr in ausreichender Menge gibt, gehen inzwischen sogar weit verbreitete Allerweltsarten wie die Stare massiv zurück. Vor allem bei den typischen Arten der Kulturlandschaft sieht es schlecht aus: Fledermäuse, Vögel, Blütenpflanzen – alle Artengruppen sind betroffen. Es gibt zwar auch Erfolge im Naturschutz zu verzeichnen, jedoch fast nur bei den Arten, die früher unter direkter Verfolgung gelitten haben wie Uhu oder Biber. Bei den meisten Arten ist der Verlust ihres Lebensraumes das Hauptproblem. „Das ist dramatisch – mit fatalen Auswirkungen auf ganze Ökosysteme und damit für das Überleben des Menschen! Hier gilt es, endlich gegenzusteuern, wir müssen jetzt reagieren“, ergänzt Rusche.

Träger des Volksbegehrens sind landesweit der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund, der NABU Niedersachsen und die niedersächsischen Grünen. Damit das Volksbegehren – ein ausgearbeiteter Gesetzentwurf zum Artenschutz – zugelassen wird, werden zunächst 25.000 Unterschriften benötigt. In einem weiteren Schritt müssen 10 Prozent der Wahlberechtigten das Volksbegehren unterstützen. Wenn genügend Unterschriften vorliegen, stimmt der Landtag darüber ab, ob er das Gesetz annimmt. Nimmt er es an, tritt das Gesetz in Kraft. Nimmt er es nicht an folgt ein Volksentscheid: Dann entscheiden alle Wahlberechtigten in Niedersachsen in einer direkten Volksabstimmung über das neue Gesetz.

Die Mitglieder des Aktionsbündnisses „Volksbegehren Artenvielfalt“ wollen in den nächsten Monaten im südlichen Emsland Unterschriften für das Volksbegehren sammeln. Auftakt ist der Ostersamstag rund um den Lingener Wochenmarkt. Aber auch Aktionen, die dem Erhalt bedrohter Tiere und Pflanzen dienen, wie das Anlegen von Blühstreifen und das Pflanzen von Bäumen stehen auf dem Programm.

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